Sich dem Gefühl der Trauer, der Traurigkeit, der Leere, des Sich-allein-fühlens hinzugeben – dazu braucht es verdammt viel Mut!
Angst, Wut und Verzweiflung sind in traurigen Zeiten sehr präsent und die sind auch „gesellschaftsfähig“ – die müssen natürlich auch gefühlt werden, aber diese innere Leere, sich auf die einzulassen, sich dem hinzugeben, ist unglaublich schwer!
Dieses Gefühl sind wir ja auch nicht gewohnt. Aber erst wenn wir leer werden, kann etwas Neues, Gesundes wachsen.
 
Im Buddhismus heißt es, alles ist erst mal leer.
Nehmen wir z. B. einen Stift: Wenn wir ihn betrachten, ist es ein Stift. Das haben wir so gelernt und das sind auch unsere Erfahrungen. Wenn z. B. meine Katze diesen Stift ansieht, ist es für sie wahrscheinlich ein Ding, das halt ist. Sie kann es betrachten von allen Seiten, daran riechen – es ist ein Ding – ohne Bedeutung. Alles bekommt erst eine Bedeutung durch uns, grundsätzlich ist es erst einmal leer.
 
Bei der Trauer ist es auch so – wir verbinden es gesellschaftlich bedingt mit Schwere, Leid, Angst, Wut und Verzweiflung.
Stell‘ dir mal vor, es wäre in unserer Gesellschaft ganz normal, dass man gemeinsam weint, wenn jemand stirbt, dass wir den Schmerz gemeinschaftlich rauslassen und wir auch gemeinsam die verbrachte schöne Zeit mit dem Verstorbenen feiern.
Wir gemeinsam das Leben feiern!
Und stell‘ dir dann noch vor, die Verstorbenen sehen von oben zu und freuen sich mit uns!
Ist das nicht ein schöner Gedanke?