Hast du dir schon mal bewusst gemacht, worauf du deinen Fokus richtest, wenn es dir richtig schlecht geht?

Auf den Verlust?

Darauf, was du verloren hast?

Hast du auch schon mal darüber nachgedacht, was dir geblieben ist?

Die schönen Erinnerungen, gemeinsame Kinder, Erfahrungen, Liebe, schöne Momente, gemeinsame Freunde u.v.m. … die Liste ließe sich weiter fortführen!

Entscheidend ist im Leben immer, worauf du deine Aufmerksamkeit richtest!

D E N N –

 Die Energie folgt der Aufmerksamkeit!

Das ist in allen Lebensbereichen so, in der Trauerphase hat es jedoch auch einen existentiellen Hintergrund!

Denn es kostet unglaublich viel Kraft, wenn du dich nur auf den Verlust fixierst und „wie ein Hund leidest“, weil nichts mehr so ist, wie es war. Vor allem wenn es sich um Umstände handelt, die du auch mit größter Anstrengung nicht mehr ändern kannst – denn der Tod ist endgültig – im körperlichen Sinne!

Was kannst du tun?

Der erste Schritt ist, dass du dir das wirklich bewusst machst und es als Tatsache, als absolute Wahrheit anerkennst! Es ist wie es ist und du kannst nichts dran ändern!

Das tut verdammt weh, ist aber der erste Schritt zur Erleichterung.

So lange du versuchst, den Kopf in den Sand zu stecken (und das machen wirklich viele!), so nach dem Motto „wenn ich nicht hinschau, dann ist es nicht real“ – dann tust du dir selbst nichts Gutes!

Weil es nun mal so ist, wie es ist – dein Lieblingsmensch ist tot! Gestorben!

JAAAA – es ist schrecklich und es tut unsagbar weh!

Schritt 1 – Anerkennen – erstmal wirklich sehenden Auges reflektieren, was passiert ist und wie es dir damit geht.

 

Schritt 2 – Fühlen – fühl diesen Schmerz, trau dich! Glaub mir, es kommt nie mehr, als du in dem Moment ertragen kannst! Aber mit jedem Mal fühlen, wird es weniger – denn – jedes Gefühl hat die Lebensaufgabe, gefühlt zu werden – nicht mehr – aber halt auch nicht weniger! Und wenn wir bereit sind, diese Gefühle, die gerade da sind, zu fühlen, dann können sie gehen – Auftrag erledigt!

Und auch Wut, Angst, Verzweiflung – das alles darf da sein – du musst nicht denken „Ah, jetzt bin ich wütend, weil er/sie gestorben ist, mich alleine gelassen hat – aber das „gehört sich doch nicht“ – Sch…drauf – wer bestimmt, was sich gehört? Es geht darum, dass du Seelenhygiene betreibst, gerade in Krisensituationen – und dazu gehört, alle Emotionen zuzulassen …

Emotion = energy in motion

Will heissen – die Gefühle müssen fließen dürfen, in Bewegung kommen – nicht davonlaufen, nicht zudeckeln, nicht schönreden und runterschlucken, nicht betäuben…

Denn – die kommen wieder die Gefühle, die lassen sich nicht wegstecken – und je länger du versuchst, ihnen zu entkommen, desto hartnäckiger sind sie – und irgendwann machen sie sich über deinen Körper bemerkbar!

Die Seele sagt zum Körper „Schrei du mal – auf mich hört er/sie nicht!“

Willst du das wirklich? Dass zu all diesem Schmerz auch noch die körperlichen Symptome dir das Leben schwer machen?

Glaubst du, dass damit irgendjemandem gedient ist?

Glaubst du, dass dadurch dein Lieblingsmensch wieder aufersteht?

 

Überleg mal ernsthaft…

 

Ich stell mir das folgendermaßen vor:

 

Wir haben uns als Seelen da oben fröhlich ausgedacht, was wir hier unten auf der Erde alles für Erfahrungen zusammen machen….wie die kleinen Kinder…

  1. B. dass wir ein Paar sind und einer früh stirbt, weil er in dem Leben die Erfahrung des frühen Todes machen möchte und er weiß, dass du das hinkriegst. Und die Seelen unserer Kinder haben dann gesagt „Oh ja, ich will die Erfahrung machen, dass mein Papa/meine Mama früh stirbt“

– weil sie wissen, dass wir immer verbunden sind – es ist lediglich der Körper, der geht – und weil  Krisen uns die Chance bieten, wieder mehr in Verbindung mit uns selbst zu kommen, denn diese haben wir im Laufe des Lebens mehr und mehr verloren.

 

Beobachte mal die Kinder – wie verbunden sie noch mit sich und allem um sich herum sind – wie frei und unbelastet sie mit allem umgehen – auch in der Trauer!

Mein Sohn war gerade 4 geworden, als sein Papa starb und er hat seinen Schmerz, wenn er kam, voll und ganz zugelassen – hat laut geweint, hat sich von mir halten lassen, hat zugelassen, was gerade da war und ist dann nach wenigen Minuten wieder spielen gegangen.

Die Oberärztin der Palliativstation hat damals zu mir gesagt: „Die Kinder sind dem Himmel noch näher!“

Und genau so geht’s! Die Kinder wissen, dass wir nicht getrennt sind – dass es nicht das Ende ist, wenn einer „weggeht“ – Wir sind es, die ein Drama daraus machen. Weil wir es im Laufe des Erwachsen-Werdens so gelernt haben!

Wo steht, dass, wenn wir nicht permanent wie ein Trauerkloß herumlaufen, wir nicht um den geliebten Menschen trauern. Das möchte uns die Gesellschaft oftmals einreden – sie wissen es halt auch nicht besser – die Kirche hat da viel Vorarbeit geleistet – ob es gut ist, sei mal dahingestellt.

 

Es muss jeder für sich selbst entscheiden, was er glaubt. Wenn es aber darum geht, ob ich mir das Leben schwer mache und damit auch meinen Kindern und meinem direkten Umfeld und damit auch noch Gefahr laufe, krank zu werden oder ob ich es durch die Veränderung meiner Wahrnehmung schöner gestalte – dann finde ich, ist es eigentlich meine Pflicht, mein Leben wertzuschätzen – gerade jetzt – und es schön zu gestalten, es zu feiern, mein Leben, meine Einzigartigkeit, meine Erfahrungen – denn ohne diese Erfahrungen wärst du nicht die/der, der du jetzt bist!

 

Hast du darüber schon einmal nachgedacht?