Ich hatte gestern einen “Ratsch” mit Nachbarinnen und da hat eine Nachbarin erzählt, dass ihr Mann und die beiden Söhne bereits im Auto sassen, fertig für die Abfahrt und sie noch im Haus beschäftigt war mit der kleinen Tochter, die die Windeln voll hatte und sie selbst war auch noch nicht fertig und da rief ihr Mann hoch, sie wären schon zur Abfahrt bereit , die Kinder würden schon im Auto sitzen! Das hat sie gestresst, hat sie gemeint.

Ich habe heute mal darüber nachgedacht – was stresst uns in diesem Moment genau? Muss es unbedingt sein, dass wir gestresst sind? Können wir es nicht einfach so stehen lassen, dass der Mann und die Söhne bereits abfahrbereit sind – in diesem speziellen Beispiel – und wir können uns trotzdem in Ruhe fertigmachen, ohne uns selbst zu stressen?

Was veranlasst uns, sofort die Verantwortung dafür zu übernehmen, dass die anderen nicht warten müssen?

Was passiert, wenn wir nicht sofort reagieren, sondern das als Tatsache hinnehmen und sagen “Ja, okay!” und uns in Ruhe fertigmachen? Wenn es den anderen zu lange dauert, können sie ja entweder wieder aussteigen oder sich anderweitig beschäftigen.

Wie wäre es, wenn wir uns im Alltag immer wieder bewusst machen, dass es jetzt so ist und dass es gut so ist und dass trotzdem alles funktionieren kann und dass wir ausschließlich für uns die Verantwortung übernehmen müssen und natürlich für unsere Kinder bis sie 18 Jahre alt sind – danach nicht mehr – das müssen wir uns auch erst bewusst machen, aber das ist ein anderes Thema.

Wenn wir in jeder Situation, in der wir anfangen, uns zu stressen, erst einmal innehalten und zu 100 % die Verantwortung für uns übernehmen und den anderen überlassen, wie sie darauf reagieren – das wiederum liegt ja in deren Verantwortung – was passiert dann?

Nichts Schlimmes – im Gegenteil – wir können durchatmen und für uns selbst entscheiden, was jetzt gerade im Augenblick für uns das Beste ist!

Natürlich ist es am Anfang etwas ungewohnt und nicht ganz so leicht, die Reaktion des Umfeldes auf das veränderte Verhalten auszuhalten – es kommen Selbstzweifel hoch – ist es so richtig? Auch hier ist es wichtig, in sich selbst reinzuhorchen und reinzuspüren – und wenn wir die Angst mal annehmen und sagen, “Na, was willst Du mir denn sagen?” und dann auf unseren Bauch hören, dann wissen wir, dass es so für uns richtig und wichtig ist!

Und wenn jeder für sich in diese Selbstfürsorge geht – dann fühlt er immer mehr den Frieden in sich – und alles was in mir ist, spiegelt sich in meiner Welt!

Ist das nicht ein wunderschöner Gedanke!