Überall liest man davon, dass es unausweichlich ist, die Komfortzone zu verlassen, um dauerhafte Veränderungen herbeizuführen.

Aber was bedeutet denn eigentlich die Komfortzone?

Im ersten Moment kommt einem ja in den Sinn: Nein, ich will doch nicht ungemütlich leben! Ich möchte es nach wie vor kuschelig haben in meinem Leben. Warum soll ich meinen Komfort aufgeben!?

Warum soll ich mir das antun? So schön kann doch eine Veränderung dann gar nicht sein, wenn es nicht mehr komfortabel für mich ist, also bitteschön!
Wer macht denn so was freiwillig? Ich bestimmt nicht!

So betrachtet absolut nachvollziehbar! Warum sollte ich mir das antun?

Aus diesem Grund habe ich mir Gedanken dazu gemacht, was es eigentlich bedeuten soll, diese Komfortzone zu verlassen.

Aus meiner Sicht bedeutet es, dass wir uns trauen, unbekannte Pfade zu betreten, auch mal Trampelpfade zu betreten, nicht nur die offensichtlichen Wege, mal etwas ab vom Schuss ein paar Schritte gehen und mal zu testen, wie sich das anfühlt. Etwas Unbekanntes zu wagen, zu versuchen, wie wenn man ein neues Gericht probiert – mal schmecken, riechen, ausprobieren….schmeckts mir oder nicht? Wie fühlt es sich an? Wird mir schlecht dabei? Könnte es mir Spaß machen?

Einfach mal etwas strecken – einen Ausfallschritt wagen – ein bisschen Anstrengung – nicht viel – nur etwas anders….nicht so vertraut, aber spannend – wie ein Überraschungs-Ei – Spannung, Spiel, Spaß!

Das macht uns auch wieder lebendiger – neugierig – atemlos – wir fangen an, uns wieder zu spüren.

Das bedeutet in meinen Augen, die Komfortzone zu verlassen.

Wir halten oft so an Gewohntem fest, auch wenn es sich nicht prickelnd anfühlt. Aber es ist bekannt, wir wissen, was Sache ist, worauf wir uns einlassen. Es ist absehbar, planbar….gemütlich halt.
Gleichzeitig aber auch so was von langweilig – das hat mit Leben nicht viel gemein – eher dahindümpeln…funktionieren….
Und dann sehen wir uns Filme an, die uns schmachten lassen nach dem Leben, das wir so gerne führen würden….wie schade, dass es nur ein Film ist.
Wirklich? Ist das wirklich wahr?
Oder ist es eher so, dass wir uns eher selbst limitieren, weil wir dem, was uns unsere Eltern vorgelebt haben, so viel Gewicht verleihen und uns dem hingeben, anstatt uns etwas zu strecken, mal über den vielzitierten Tellerrand hinausblicken und die Komfortzone verlassen – z. B. von der Couch mal eine Runde um den Block – hm – tut gut – sollte ich öfter machen….dann vielleicht 2 Straßen weiter – oh interessant, was es da alles zu sehen gibt, hab ich noch gar gewusst, obwohl ich schon so lange ganz in der Nähe wohne…..

Das bedeutet für mich, die Komfortzone verlassen – nicht gleich komplett das gesamte Leben auf den Kopf stellen – das ist auf die Dauer schwer durchzuhalten – langsam – Schritt für Schritt – mehr und mehr ausweiten….so geht Leben.