Schlagzeilen von tragischen Schicksalen, Skandalen, Missgeschicken etc. – das sind diejenigen, die die meisten Leser anziehen.

Unfälle auf Autobahnen locken viele Gaffer an – die aussteigen und Fotos machen.

Häusliche Gewalt, Missbrauch hinter nachbarschaftlichen Wänden – es wird wahrgenommen, doch niemand schreitet ein – es halten sich alle raus…

Doch warum ist das so?

Und im Nachgang regen sich sehr viele über diese Menschen auf, die nicht eingeschritten sind, es wird geschimpft, bewertet, beurteilt und verurteilt…

Doch jeder von uns – JEDER – ist Opfer wie Täter! Es will aber keiner sein.

Opfer sind alle, die den Umständen, den Politikern, dem Chef, den Ärzten, der Medizin, dem Klima, dem Partner, der Schwiegermutter, den Kindern, dem System usw. die Schuld an ihren Problemen, ihrem Unwohlsein wie auch immer geben. Sie fühlen sich machtlos, bedauern und beschweren sich und tun sich unendlich leid.

Sie fordern Aufmerksamkeit und Mitleid und wenn sie das von ihrem direkten Umfeld nicht erhalten, werden sie böse.

Und schwupps di wupps wird aus dem Opfer ein Täter.

Doch Täter will auch keiner sein. Falls es doch dazu kommt, sind wiederum die Umstände schuld.

Die schwere Kindheit und und und….

Und es wird auf ihnen rumgehackt – sie werden beschimpft, bewertet, beurteilt und verurteilt und von der Gesellschaft verstossen.

Doch warum ist das so?

Weil sich fast niemand die Mühe macht, die Situation aus unterschiedlichen Sichtweisen zu betrachten. Die Hintergründe zu beleuchten und keiner will schuld oder mitschuld sein.

Ich habe mich schon vor einiger Zeit näher mit Hitler beschäftigt. Mir fiel immer wieder auf, dass alle – wirklich alle – ausschließlich Hitler für den 2. Weltkrieg verantwortlich gemacht haben und ich dachte mir, wie das sein kann.

Wie sollte es sein, dass ein einziger Mann einen Weltkrieg anzetteln kann…ohne Mithelfer….ohne Menschen, die ihn gehyped hätten, ihn angebetet hätten, angestachelt hätten und ihn in diesen Wahn getrieben und ihn unterstützt hätten.

Das selbe sehen wir heute im Kleinen schon z. B. auf den Schulhöfen. Der vermeintlich Schwächere wird von einem angepöbelt, hinter ihm stehen ein paar andere Mitläufer, die ihn anstacheln und aufpeitschen, dass er den Schwächeren fertig macht.

Warum?

Meist, weil sie froh sind, selbst nicht in der Position des Schwächeren zu sein.

Doch was ist, wenn Du selbst es bist – einmal der Angreifer und auch mal der angegriffen wird oder wenn es Deine Kinder sind?

Wenn sie das Opfer sind, hast Du keinerlei Verständnis für die Täter, oder?

Und was, wenn Deine Kinder die Täter sind?

Erwartest Du dann nicht auch Verständnis für sie?

Es ist an der Zeit, Selbstverantwortung zu übernehmen.

Wenn jeder vor seiner Haustüre kehrt, ist überall gekehrt.

Schöner Satz wie ich finde und er beinhaltet so viel Weisheit.

In dem Moment, wo sich jeder um sich und seine Angelegenheiten kümmert, dafür sorgt, dass es ihm gut geht – innen wie aussen gut gekehrt hat – d. h. auch die Altlasten aufgeräumt hat – muss sich keiner mehr über den anderen aufregen, mit dem Finger auf ihn zeigen, be- und verurteilen. Dann muss ich mich auch nicht mehr vergleichen, denn ich bin gut mit mir und ich kann dem anderen gönnen.

Und alleine beim Lesen – spür mal rein – welcher Absatz fühlt sich gut an?

Sei einfach Du selbst und so Deine schönste und beste Schlagzeile…