Heute morgen zum Beispiel machte mein 7jähriger Sohn Anstalten, weil er nicht zur Schule wollte. Er hasse die Schule hat er gemeint, er möchte noch schlafen!

Ich habe ihm dann gesagt, er müsse nun mal zur Schule gehen und es wäre seine Entscheidung, ob er mit Widerwillen zur Schule geht, was ihm die Sache erschwert oder ob er mit Neugierde und Freude darüber, was Neues zu lernen geht. Aber selbst im Alter von gerade 7 Jahren war seine erste Reaktion “Ich will das nicht hören!”

Als ich von der Schule zurückkam, habe ich es meiner Nachbarin, die ich gerade auf der Strasse traf,  erzählt und sie meinte, das kenne sie auch. Ihre bald 13jährige Tochter hätte eine Abneigung gegen ihre Periode, sie wolle sie nicht haben. Sie hat ihr ebenfalls gesagt, “Du kannst jetzt damit hadern, dann machst Du Dir das Leben damit unnötig schwer die nächsten 40 Jahre!” oder Du akzeptierst es als gegeben, dann wird es leichter. Die erste Reaktion der Tochter war “Dann hadere ich halt!”

Es ist immer und mit allem im Leben so – das Leben “serviert” uns Dinge, Umstände, Krankheiten, Verluste etc. – das können wir nicht beeinflussen – was wir jedoch beeinflussen können, ist, wie wir damit umgehen.

Natürlich kommt als erstes oft Wut, Angst, Widerwillen und was es sonst noch an unangenehmen Gefühlen gibt, hoch –  das darf auch sein, es wäre auch mitunter fatal, wenn wir diese Gefühle einfach ignorieren oder wegschieben würden – was wir leider die meiste Zeit tun – so wurden wir erzogen und so wird es uns immer noch größtenteils von der Gesellschaft vorgelebt!

Alle Gefühle, die hochkommen, wollen gefühlt und angenommen werden, dann können sie gehen. Wenn die ersten Gefühle gefühlt sind, können wir uns die Situation nochmal entspannter ansehen und uns fragen, was macht das Ganze mit mir? Was trifft mich genau, wo trifft es mich? Kenne ich das Gefühl schon? Ist es mir schon irgendwo mal untergekommen? Vielleicht in der Kindheit? Ist diese Situation schon mal eingetreten in meinem Leben? Vielleicht auch in einem anderen Zusammenhang, mit anderen Beteiligten, jedoch unterm Strich mit dem selben Effekt?

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass jede Situation aus verschiedenen Perspektiven betrachtet werden kann und dass ich selbst Einfluss auf die Situation nehmen kann, in dem ich einfach meinen Blickwinkel verändere und nicht dagegen ankämpfe. Alles, wogegen wir kämpfen, kommt verstärkt zu uns zurück, weil jeder Kampf nur ein Hinweis ist auf Verletztheit. Diese Verletztheit möchte aber endlich auch mal angenommen werden, weil sie ein Teil von uns ist!

Es wäre so einfach, wenn wir es uns selbst nicht so schwer machen würden!