Kennst Du das? Du mühst Dich ab, Du tust und machst – und trotzdem ist es gefühlt nicht genug – einer hat immer was zu meckern! Ist das nicht frustierend?

Teilweise zum Davonlaufen!

Ich habe mich gefragt, welcher Maßstab ist denn der richtige? Wonach soll ich mich richten? Ich kann mich noch daran erinnern, dass ich meiner Mama sehr selten etwas recht machen konnte – ich habe es zumindest so empfunden – wenn ich geholfen habe, den Zaun zu streichen, ging es zu langsam und ich strich zu unordentlich und wenn ich mich dann von einer Freundin dazu überreden ließ, was zu unternehmen, weil ich es eh nicht recht machen konnte, dann war es wieder nicht recht, weil ich ja den Zaun “zurückließ”!

Ja wie denn nun? Was soll ich denn machen? Wie ich es mache, ist es verkehrt!

Solche Situationen zogen sich eigentlich durch mein Leben – immer wieder – mit den verschiedensten Personen – immer versuchte ich, es allen recht zu machen – machte ich es so, passte es nicht, machte ich es anders, passte es wieder nicht! Und immer zweifelte ich an mir! Was machte ich bloss falsch? Ich wollte doch nur, dass mich alle mögen, dass sie mich akzeptierten! Ich bin doch lieb! Ich mach’ doch eh alles, was der andere möchte…

da fällt mir gerade beim Schreiben ein, dass das mein verstorbener Mann auch mal zu mir sagte “Ich mach doch eh alles, was Du sagst!” – damals war er schon an Krebs erkrankt und ich kämpfte so um sein Überleben und suchte händeringend nach Alternativen, die ihn gesund machen könnten – und dann kam dieser Ausspruch und meine Antwort war: “Ja genau, Du machst, was ich sage, aber eigentlich solltest Du tun, was Du möchtest und das auch ganz klar kommunizieren!”

Damals wurde mir auch zum ersten Mal bewusst, dass es sein Leben war und so schwer es mir fiel und so schmerzhaft es auch war – es war seine Angelegenheit und seine Entscheidung und ich konnte nur unterstützend zur Seite stehen, wenn er meine Hilfe brauchte. Ich musste für mich sorgen, dass es mir gut geht und somit auch unserem Sohn, der ja noch so klein war! Er litt unter diesen Spannungen natürlich auch sehr – er stellte sich mit seinen 3 Jahren schützend vor mich, verteidigte mich, wenn sein Vater in seiner Verzweiflung laut wurde!

Es ist nicht leicht, sich um sich selbst zu sorgen, wenn wir es in der Kindheit nicht gelernt haben!

Unsere Eltern geben uns das weiter, was sie selbst gelernt haben und das nach bestem Wissen und Gewissen!

Und dann verlieben wir uns in Menschen, die uns in vielen Verhaltensweisen sehr ähnlich sind und auch den Verhaltensweisen unserer Eltern, weil es so vertraut ist und weil wir hier sind, um zu lernen.

Es ist doch auch manchmal so absurd, dass wir uns nicht in Menschen verlieben, die doch eigentlich so toll wären, die alles für uns tun würden, die uns wahrscheinlich den Himmel auf Erden bereiten würden – vom Verstand her der optimale Partner / die optimale Partnerin – und doch verlieben wir uns verflixt nochmal in die, die uns manchmal so weh tun – warum nur?

Durch das Verhalten der Menschen, die “uns verletzen” haben wir tagtäglich die Chance, unsere eigenen Wunden zu heilen! Weil wir nur durch den Schmerz lernen – das hört sich erstmal nicht schön an, dennoch ist es ein Riesengeschenk vom Leben an uns!

Wenn wir immer wieder reflektieren, was in unserem Leben passiert ist und hinterfragen, was genau uns das Leben damit zeigen will und was wir daraus gelernt haben, dann können wir im Nachgang nur dankbar sein für jede dieser Lektionen.

Kurioserweise passiert es immer wieder mit unterschiedlichen Personen im Laufe des Lebens, dass wir auf diesen Schmerz aufmerksam gemacht werden, bis wir ihn erkannt und angenommen haben. Mehr will er nicht – nur anerkannt, angenommen und gefühlt werden – dann macht er sich vom Acker –  eigentlich ganz simpel – und doch so verdammt schwer – weil wir es häufig nicht so sehen – im ersten Moment schimpfen wir auf den anderen – ist ja im ersten Moment auch viel leichter so! „Die blöde Sau“, wenn der/die nicht wäre, ging es mir viel besser! Der/die ist schuld, dass es mir so schlecht geht! Ist es wirklich so?

Um hier nochmal auf die Geschichte mit meiner Mutter zurückzukommen! Machte wirklich ich alles falsch? Oder haben wir uns gegenseitig auf einen Schmerz aufmerksam gemacht, der angesehen werden wollte? Wobei hier auch ganz deutlich zu sagen ist, dass es nicht für jeden der selbe Schmerz sein muss in dem Moment!

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass dieser Gedanke ein sehr wichtiger Gedanke ist für ein freudvolles Leben!

In diesem Augenblick brauchen wir jedoch erfahrungsgemäß meist Hilfe von aussen, weil uns zu uns selbst der Abstand fehlt und wir dadurch “betriebsblind” sind!