Zum Leben gehört der Tod wie das Amen in die Kirche. Und doch, wenn der Tod „zuschlägt“, ist alles anders. 

Die Welt wird diffuser, obgleich es die selbe Welt ist – doch für die Betroffenen ist es nicht mehr die selbe Welt. 

Immer wieder. 

Ich schreibe das, weil gerade ein weiteres Familienmitglied verstorben ist und obwohl es absehbar war nach langer Krankheit, nach langem Auf und Ab, ist es dennoch endgültig und nochmal etwas ganz anderes. 

Für mich war das schwerste daran, weil es die Oma meines Sohnes war und ich auf seine Reaktion nicht gefasst war – doch das geht auch nicht, selbst bestens vorbereitet. Denn der Tod und sein Feld sind sehr fein, verletzend und verletzt und hier reagiert jeder anders. 

Die einen machen komplett dicht. Die anderen können mit dem Weinen nicht mehr aufhören. Manche stürzen sich in Ablenkung. 

Die Kinder sind hier anders gelagert. Mein Sohn hat als erstes die Augen aufgerissen, ist aufgestanden und weinend ins Zimmer gelaufen. Dort wollte er seine Ruhe haben, hat sich unter der Bettdecke verkrochen. 

Das war für mich das schwerste – denn ich wollte ihm so gerne helfen, konnte es aber in dem Moment nicht. 

Also ließ ich ihn und verließ sein Zimmer wieder mit dem Satz „Ich bin da, wenn Du mich brauchst“.

Und mehr bedarf es nicht. Da sein. Raum geben. Nichts sagen. Auch das auszuhalten. Gemeinsame Stille. Einfach sein. 

Und genau das ist die größte Herausforderung für die meisten. Nichts zu sagen, nichts zu tun, einfach nur sein mit dem, was sich gerade in Deinem Leben zeigt. 

Gleichzeitig ist das das größte Geschenk – gemeinsam zu sein.