Mit der Wahrheit ist es so eine Sache…

 

So lange ich mich zurückerinnern kann, war die Wahrheit für mich ein wichtiger Faktor im Leben und ich konnte mich nie wirklich zurückhalten, sie früher oder später „auf den Tisch zu packen“.

Was mir natürlich nicht nur Freude und Freunde bescherte, ganz im Gegenteil.

Auch innerhalb der Familie, oder gerade da, wurde die Wahrheit gerne unter den Tisch gekehrt und ich war ständig irgendwo in der Zwickmühle, weil ich einerseits spürte, dass es keiner hören wollte und andererseits sah, dass es nur so in einer positiven Art und Weise weitergehen konnte.

Natürlich „schmeckt“ einem die Wahrheit nicht immer – mir auch nicht – dennoch ist es ein wichtiger Faktor, um wachsen zu können, ein tragender Punkt, nur auf der Basis Wahrheit können wir stabile Häuser bauen.

Es gibt natürlich viele Wahrheiten – jeder hat seine eigene und lebt danach. Das ist auch in Ordnung so – wenn es jedoch gesundheitlich an die Substanz geht, dann finde ich, ist es an der Zeit, die eigene Wahrheit zu hinterfragen und das tut manchmal ganz schön weh.

Auch diese „Gabe“ von mir, offen meine Wahrheit anzusprechen, tut manchmal weh. Trotzdem kann ich nicht aus meiner Haut, irgendwann platzt es aus mir heraus und da ist es wahrscheinlich oft noch schmerzhafter, da direkter.

Aber wie ist es denn am besten?

Gar nix sagen? Sich nicht einmischen?

Sanfter ansprechen, vorher fragen, ob derjenige es wissen will?

Andererseits bin ich auch oft mit der Aussage konfrontiert worden, wenn es um andere ging „Ja, der ist halt so, den muss man nehmen wie er ist“ und als Kind/Heranwachsende fragte ich mich öfter „Warum nehmen sie mich dann nicht so, wie ich nun halt mal bin?“

Tja – gar nicht so einfach….

Dennoch – ich habe mich dazu entschlossen, mich nicht zurückzuhalten, nur weicher ranzugehen, um niemanden zu verletzen – denn das möchte ich auf gar keinen Fall.