Wie du selbst zu deiner besten Freundin wirst und warum das so wichtig ist

Morgens der erste Blick in den Spiegel:
„Oh mein Gott, wie seh‘ ich denn aus…“

Du machst einen Fehler auf Arbeit und denkst noch Tage lang darüber nach und fragst dich „Warum ist mir das passiert, hätte ich es verhindern können….usw.“

Bei Konflikten suchst du den Fehler sofort bei dir….

Kommt dir das bekannt vor?

Seltsamerweise würdest du nie so herabwürdigend mit anderen umgehen, wie mit dir selbst.
Du würdest es anderen nie zumuten, stimmts?

Ist dir das überhaupt schon mal aufgefallen?

Mit dieser Art von negativen Selbstgesprächen greifen wir uns selbst an. Wir aktivieren unser körpereigenes Bedrohungssystem und lösen eine Stressreaktion aus.

Das ist nicht sehr nett, oder?

Warum tun wir uns das selbst an?

Meist ist es so erlernt.

Meine Mutter sagt oft „Mei bin I a Depp“ – das fällt mir heute auf – früher war das für mich normal.
Und genau so machte ich es auch.

Meine Schwägerin sagte mal vor Jahren zu mir:
„Du fokussierst dich nur auf das, was gerade nicht passt. Du blendest alles andere aus. Wenn z. B. in einer Vitrine wunderschönes Geschirr steht und nur eine Tasse hat einen kleinen Sprung, dann fokussierst du dich auf diesen kleinen Sprung und nimmst das wunderschöne Geschirr drumherum nicht wahr“.

Und das war die Wahrheit!

Ich hatte es so gelernt, mit der Muttermilch sozusagen aufgesogen.

Es war mir nicht bewusst und als es mir bewusst war, war es auch noch Arbeit, meine Gedanken zu shiften.
Das ist wie Muskeltraining – immer und immer wieder.

Wir alle wollen in irgendeinem Bereich erfolgreich sein, bedeutsam sein.
Und wir setzen uns oft selbst unter Druck, weil wir etwas erreichen wollen.
Oft sind wir in Bereichen unterwegs, die nicht unsere sind, wo vielleicht unser Vater, unsere Mutter erfolgreich waren, was aber nicht unbedingt unser Metier sein muss.

Und da geht es schon wieder los mit dem Druck.
Wenn wir erfolgreich sein wollen in Bereichen, die uns eigentlich nicht liegen, dann wird es stressig.

Wie häufig erlauben wir uns nicht, dem nachzugehen, was uns eigentlich Spaß macht, weil von uns etwas anderes erwartet wird?
Wir erlauben uns nicht, wir zu sein….

Innerer und äusserer Druck bedingen sich gegenseitig. Wie im Innen so im Außen.

Wir nehmen uns viel zu wenig Zeit für uns, für unsere Gefühle, wo stehen wir, wo wollen wir hin? Ist es wirklich mein Leben, das ich da lebe?

Wir sind immer irgendwie auf der Flucht – das fällt mir schon beim Einkaufen auf, wie viele Leute gestresst und hektisch auf die Kasse zufahren und hin und herswitchen, um möglichst schnell da durch zu kommen.
Warum eigentlich?

Ich glaube, wenn man sie fragen würde, würden die meisten keine Antwort drauf finden, weil es schon so automatisch geht.
Immer schnell, immer Druck, immer Stress –
Ist das wahr?

Wir glauben, wir müssten alles sofort erledigen. Wir denken viel zu wenig nach oder spüren gar nach, ob es sich so gut für uns anfühlt.
Keine Zeit für Fühlen…oder?

Dabei ist das so so wichtig für unser Wohlbefinden. Die Gefühle zu fühlen. Denn die Krux dabei ist, das die Gefühle nur weggehen, wenn sie gefühlt wurden, nicht eher. Und wenn wir sie wegdrücken, dann speichert sie unser Körper zwischen…und dann kommen im Laufe der Zeit noch ein paar dazu…..und irgendwann explodiert unser Körper förmlich – er zeigt uns, dass da noch einiges ist, was gefühlt werden will….und zwingt uns dann oft in die Knie, damit wir Zeit haben zu fühlen…

und selbst da nehmen wir uns die Zeit oft nicht – sondern suchen im Aussen einen Schuldigen, einen Verantwortlichen, einen triftigen Grund, weil wir einfach den Kontakt zu uns verloren haben –
nehmen wir uns ein Beispiel an den Kindern, die haben ihn noch….und wie schön ist es doch, ihnen zuzusehn und wie gerne wären wir dann noch Kind?

Wir bleiben auf eine Art und Weise immer Kind – unser inneres Kind will leben und gelebt werden.

Unser Gehirn ist für Überleben gestrickt, nicht für Glück….

Höchste Zeit für Leben, nicht nur Überleben, oder?