Bewegender Abschied von Karel Gott – als ich diese Zeilen las, dachte ich mir – Okay, bewegender Abschied – aber was heißt das?

Wohin bewegen wir uns denn, wenn jemand verstirbt?

Was heißt denn “bewegender Abschied” – was ist damit gemeint?

Wir nehmen vieles so selbstverständlich hin, Floskeln, Gewohnheiten, Redensarten – ohne sie in irgendeiner Form zu hinterfragen.

Natürlich trifft es einen, wenn man liest, dass jemand verstorben ist. Sofort gehen wir für einige Minuten in die Betroffenheit – hm – heavy, tragisch, wenns einen trifft…

Wie gesagt, nur wenige Minuten – dann gehen wir wieder zur Tagesordnung über, ausser es betrifft uns selbst, d. h. wenn ein unmittelbares Familienmitglied stirbt. Ein Mensch, mit dem wir unser Leben geteilt haben. Dann gibt es diese Tagesordnung nicht mehr – dann heißt es, eine neue Tagesordnung zu schaffen.

Zurück zum bewegenden Abschied:

Wo bewegen wir uns denn hin? Wir halten für einen Moment inne, verdrücken ein paar Tränen – sind auch wirklich betroffen, ohne Frage – und dann?

Dann gehen wir wieder zur Tagesordnung über, ohne zu überdenken, was denn diese Tagesordnung für uns bedeutet.

Ohne zu überlegen, ob wir denn unser Leben so gestalten, wie wir uns das schon immer gewünscht haben.

Ohne zu überlegen, ob wir wirklich aus unserem Herzen heraus leben.

Ohne zu überlegen, ob wir uns dabei “sauwohl” fühlen und uns jeden Tag unseres Lebens freuen.

Oder? Wie siehts bei dir aus?

Springst du morgens voller Freude und Tatendrang aus dem Bett?

Oder quälst du dich mehr aus demselben und möchtest am liebsten die Bettdecke wieder über den Kopf ziehen?

Freust du dich auf den Tag und was er dir bringt – an Geschenken, Begegnungen, Freude?

Oder bist du mehr in der Pflichterfüllung, nach dem Motto “Augen zu und durch, hilft ja nix”?

Ich meine, es ist ja für eine absehbare kurze Weile okay, die Zähne zusammenzubeißen, um dem größeren Ziel, das aus dem Herzen kommt, näherzukommen.

Aber…

Es sollte doch keine Lebenseinstellung sein…

Wofür glaubst du, sind wir auf der Welt?

Zur Pflichterfüllung?

zum Abrackern?

Zum Müssen?

Nach dem Motto

“Das Leben ist kein Zuckerschlecken”

“Das Leben ist kein Wunschkonzert”

“Das Leben ist hart und bozad (bayerisch für steinig)”

Wer sagt das?

Wo steht das?

 

Gibt es das irgendwo nachzulesen in alten Schriften?

 

Was steht da?

 

Es geschehe nach eurem Glauben…

 

Na – wenn glaube, dass das Leben hart und bozad sein muss – dann wird es überwiegend auch so laufen, dass die Glücksmomente Seltenheitswert haben und wir uns auch ins Drama bewegen, wenn jemand stirbt.

 

Was wäre, wenn wir das Leben als Geschenk annehmen, als Überraschungs-Ei – Spannung, Spiel, Spaß – und jede Herausforderung als aufregend und spannend ansehen und voller Neugierde rangehen.

Was wäre, wenn die weniger schönen Momente Seltenheitswert haben und wir überwiegend Spaß im Leben haben, Leichtigkeit leben?

 

Was wäre, wenn wir zwar immer wieder ein Tränchen verdrücken, wenn jemand stirbt, weil wir uns an schöne Momente erinnern und etwas traurig sind, weil der/diejenige nicht mehr physisch anwesend ist, wir aber genau wissen, dass wir im Herzen immer verbunden bleiben und somit nie getrennt sind.

 

Warum also Drama?

 

Wann hören wir auf, das Leben als Qual zu empfinden und unbewusst darauf hin zu arbeiten, wann es vorbei ist, weil diese ständige Pflichterfüllung nicht wirklich Spaß macht?

 

Was, wenn das Leben in einer Leichtigkeit so wunderschön zu leben ist, wie wir es uns gar nicht vorstellen können, wenn wir uns dafür entscheiden, uns darauf zu 100 % einzulassen?

 

Wie es schon in der Bibel steht:

Es geschehe nach eurem Glauben….was glaubst du so?